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Dienstag, 8. Juli 2008

Michl, das hier ist für Dich.

Spießig sein. Dem heimischen Chaos entkommen und die Spritpreise ignorierend rausfahren in die Pampa. Ziel: irgendeine fränkische Wirtschaft. Schäuferla, Weizen, ein Biergarten mit Aschenbechern und vielleicht, ganz vielleicht einem Teich dran.

Richtig spießig sein. Stundenlang in einem fränkischen Landgasthaus sitzen, irgendwo in einem Kaff, dessen Namen man noch nie gehört hat, und Kloß mit Soß in sich reinstopfen, den Altersdurchschnitt der Anwesenden merklich drücken und bereuen, keine Spielkarten eingepackt zu haben. Die Ruhe genießen und die Enten auf dem angrenzenden Weiher beobachten.

Gleicher Ort, Stunde später. Alle Gäste sind weg, die Chefin auch, die Lichter sind aus, ich habe einen völlig irritierten Igel auf dem Schoß und der Koch reißt uns seinen Lebenslauf ab. Der Kellner macht Werbung für seinen Nebenverdienst und erzählt von katholischer Theologie, Jura und nackten Männern an Bäumen, bevor er sich verabschiedet. Wir ziehen mit dem Koch ins Innere der Wirtschaft um, mehr Bier, mehr Zigaretten, hören Geschichten von seiner Frau, Ex-Frau, vielen Kindern und kleinbrüstigen Frauen in Dirndln, es ist zwei Stunden nach seinem Feierabend.

"Du bist ein Magnet für seltsame Menschen", sagt sie.

Highlights

Stolz auf:
mit den Öffentlichen zur Arbeit - trotz Regen

Vorfreude auf:
den Auszug des blauen Sessels

Rauschwortgefüge:
"Uli, nimm das Hand weg!"

favourite trivia:
Die Welt ist zu klein, wenn Du feststellst, daß der Arbeitskollege der beste Freund des Neffen des eigenen Fahrlehrers ist - und Du den Führerschein 600 km entfernt gemacht hast.

Außenwelt - paralleluniversal

20.09.2008
Demonstration "Freiheit Weiß Blau - Stoppt den Überwachungswahn"
München

11.10.2008
Poetry Slam Aschaffenburg

02.01.2010
bei Bedarf: Neuordnung

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